Technische Daten:
CPU : Ricoh 5A22 (65C816 basierend)
CPU Geschwindigkeit : bis zu 3.58 Mhz
RAM : 128 Kbyte
GPU : 2x 16-Bit PPU
Video-RAM : 64 Kbyte
Auflösungen : 256x224 & 512x448 im Interlaced-Modus
Max. Farben : 32,768 (15-Bit Farbtiefe)
Davon gleichzeitig : 256
Max. Sprite Größe : 64x64 Pixel
Max. Spritemenge : 128
Sound Chip : 8-Bit Sony SPC700
Sound Kanäle : 8
Wie alles begann ...
Alles begann am 21. November 1990, als das "Super Famicom" in Japan zum Preis von
25000 Yen auf den Markt kam.
Die Resonanz war überwältigend, da Nintendo sich schon mit dem Vorgänger "Famicom"
(bei uns als NES erschienen) einen sehr guten Namen und eine große Fangemeinschaft
geschaffen hatte. So war die Erstauslieferungsmenge schon innerhalb weniger Tage restlos
ausverkauft, so dass man einige Zeit warten mußte, um eines zu ergattern. Eines der
ersten beiden Spiele war F-Zero, welches mit seiner beeindruckenden Pseudo-3D-Grafik die
Grafikpower des SNES eindrucksvoll zur Schau stellte. Eine durchgehend gute Versorgung mit
ausgezeichneter Software wie "Actraiser", "Pilotwings", "Sim City" oder "Final Fantasy 4"
brachte dem Super Famicom zufriedene Kunden. Dieser Strom an qualitativ
hochwertiger Software blieb über die Jahre fast durchgehend erhalten und hielt die
Käufer an das System gebunden. Das letzte Spiel erschien erst kurz vor Weihnachten 2000 (!),
als die Playstation 2 schon über 1 Jahr lang ihren Siegeszug angetreten hatte.
... und das SNES auch zu uns kam
In Europa kam das "Super Nintendo Entertainment System" (kurz SNES) im Sommer 1992 auf den Markt.
Schon früh hatten sich Publisher wie Nintendo und Konami mit einer schnellen
Umsetzung ihrer Titel bemüht, sodaß kurz nach dem Start eine Menge guter Software verfügbar
war. Auch bei uns entwickelte sich das SNES sehr gut, obwohl es am Anfang noch gegen seinen
Erzfeind, dass "Mega Drive" von Sega kämpfen mußte. Mit der Zeit konnte es sich aber mit
immer größeren Verkaufszahlen an die Spitze kämpfen und bescherte Nintendo für lange Zeit
den größten Marktanteil. Als die ersten 32-Bit Konsolen auftauchten, begannen die
Entwickler langsam auf die moderneren Geräte umzusteigen, was dem SNES immer weniger
Software bescherte. Das letzte in Europa veröffentlichte Spiel war
"Timon & Pumba`s Jungle Games", welches im Januar 1998 erschien.
Super Famicom Jr.
Das "Super Famicom Jr." erschien am 14.Februar 1998 zum Preis von 7800 Yen. Es stellte eine
überarbeitete Version des Super Famicom dar und konnte kostengünstiger produziert und
verkauft werden. Es war deutlich kleiner als das normale Super Famicom und sah moderner
aus. Später erschien es auch in den U.S.A., in Europa aber nie.
Das BS-X
Ein besonderes Kapitel schrieb das "Satellaview Broadcast System", kurz BS-X. Es kam am 23. April
1995 für 14,000 Yen auf den japanischen Markt und wurde nur zögerlich aufgenommen. Nintendo
hatte einen Zusatz entwickelt, mit dem man über ein Satellitenmodem, welches dem System beilag, von 13:00-19:00 Uhr JST kostenlose Software über den Satellitensender "St. GIGA" in den Speicher des BS-X runterladen konnte. Das Satellitenmodem wurde an einem Sat-Receiver angeschlossen. Der Zusatz wurde unter dem Super Famicom am Expansionsport angeschlossen und übernahm die Stromversorgung des Super Famicom durch ein sehr viel stärkeres Netzteil. Die Software umfasste Spiele, Demos, News, Werbung und eine Menge sonstiger Inhalte. Es verfügt über 256-KByte Flash Speicher für heruntergeladene Software und einen 512-KByte großen RAM Speicher, um das grafische Betriebssystem darstellen zu können. Man konnte auch wiederbeschreibbare Module kaufen, auch "BS-X Special Broadcast Cassette" genannt, um Software zu sichern. Diese waren 8-Mbit groß. Für eine geringe, monatliche Gebühr konnte man alle Dienste unbegrenzt nutzen. Leider gab es zu keiner Zeit genügend Abonnenten, weshalb man nicht viel in die Entwicklung spezifischer Inhalte investierte und das Angebot hauptsächlich aus Remakes alter Klassiker bestand. Als lohnendste Software seien die 4 kurzen, aber guten Spiele von Squaresoft erwähnt, welche es exklusiv nur auf dem Satellaview gibt.
Ein Modem, welches Platz im Inneren des Satellaview fand wurde aufgrund der schlechten Verkäufe nie veröffentlicht. Mit diesem wären z.B. Multiplayer Wettkämpfe möglich gewesen. Nintendo schaffte es trotz allem, den Support durch Werbung noch viele Jahre zu gewährleisten. Am Ende waren knapp 300 Downloads verfügbar, als der Service am 30. Juni 2000 eingestellt wurde.
Nintendo Power
Das (bisher) letzte Kapitel des Super Famicom bildeten die "Nintendo Power Station"
Automaten. Diese waren in ganz Japan verstreut in Geschäften zu finden. Man konnte sich von diesen
Automaten Spiele auf wiederbeschreibbare Module laden und zum Spielen mit nach Hause nehmen. Diese
Module hatten eine Kapazität von 32-Mbit und ließen sich auch mit mehreren
kleineren Spielen beschreiben. Die Spiele waren zum größeren Teil schon früher erschienen,
es gab aber trotz allem einige Neuentwicklungen. Das als letztes veröffentlichte Spiel war
"Metal Slader Glory: DC", welches am 1. Dezember 2000 als NP Version erschien. Der "NP Station" Service wurde erst im Jahr 2007 vollständig abgeschaltet. Mittlerweile wird keine Hardware mehr produziert, es gibt aber immer noch einige Geschäfte in Japan, welche das Super Famicom im Sortiment haben.
Quellen: www.nintendo.co.jp
www.nintendo.com
www.nintendo.de
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